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Das WertallbuchSeite zuletzt aktualisiert am Wie die Jugend zu ihren Werten kommt
Die Jugend habe keine Werte mehr, heißt es oft. Abgesehen davon, dass fast jede Generation vor uns das gleiche Vorurteil über die Nachwachsenden fällte, könnte man auch mal kritisch zurückfragen: von wem sollen sie ihre Werte denn haben, die jungen Leute heute? In Baden-Württemberg haben Landesjugendring und Landestiftung diese Frage gestellt. Herausgekommen sind 71 ganz unterschiedliche Projekte über Wertekommunikation mit jungen Menschen, und aus diesen Projekten wurde ein Buch: Jugend im WertAll, ein „Lese- und Arbeitsbuch“. Die Projekte fanden in Einrichtungen der außerschulischen Jugendbildung statt, so ist es ein Buch geworden über Jugendarbeit, und was junge Menschen selbst bewegt, wenn es um Werte geht. Erstaunlich ist, wie offen, wie ernsthaft sich die Jugendlichen auf das Thema einließen, allen Vorurteilen der Altvorderen zum Trotz. Da haben sich straffällige Jugendliche für Behinderte engagiert und umgekehrt, da haben Migrantenjugendliche mit Obdachlosen ein Theaterstück über die „Heimat“ inszeniert, da haben sich Jugendliche an große Themen wie Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung und die Risiken der Globalisierung herangemacht.
Am meisten berührt die Lektüre dort, wo es poetisch wird, auch das gibt es bei den Projekten im WertAll, zum Beispiel eine junge Frau mit Morbus Down: „Wenn ich ganz ruhig bin, meine Augen zumache, nichts mehr spreche, spüre ich meine Seele“ (Janette, 21). Jugend im WertAll erzählt davon, warum es lohnt, sich für Jugendliche zu engagieren. Es zeigt, wie Jugendarbeit zum Gelingen von Gesellschaft beiträgt. Es bekennt sich zu der „geheimen Zutat“, ohne die es Jungen und Mädchen nicht schaffen werden, wirklich erwachsen zu werden. Spannend und wertvoll, lesenswert!
Michael Kalff, Evi Rottmair, |